Sexuelle Gewalt durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Institutionen

S 08 Aufbauseminar
Praevention und Intervention

Inhalte:

Nicht in meinem Team …

so denken Viele verständlicherweise. Tatsächlich wird aber nicht selten sexuelle Gewalt in Einrichtungen auch durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verübt. Institutionen der Kinderund
Jugendhilfe und der Behindertenhilfe sowie Schulen haben einen Schutzauftrag. Um diesem gerecht zu werden, ist es notwendig, Präventions- und Interventionskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Wir arbeiten präventiv …

Präventionskonzepte sollen verhindern, dass sexuelle Gewalt verübt werden kann. Prävention heißt in diesem Fall nicht in erster Linie die Installierung eines „Früherkennungssystems“, sondern die Veränderung von Strukturen. Denn Rahmenbedingungen und Umgangsformen in Einrichtungen sind von Bedeutung, weil sie das Vorgehen von TäterInnen erschweren und möglicherweise verhindern können. Täter und Täterinnen suchen sich gezielt Einrichtungen, in denen die Wahrscheinlichkeit
geringer ist, dass die von ihnen verübte sexuelle Gewalt entdeckt wird.

Der erste Fortbildungstag beinhaltet daher u. a. die Auseinandersetzung mit folgenden Fragestellungen:

•Worin liegen institutionelle Gefährdungsrisiken?
•Welche Strukturen helfen, sexueller Gewalt in Institutionen wirksam vorzubeugen?
•Wie sollen Personalauswahlverfahren und Arbeitsverträge gestaltet sein?
•Wie gehen Täter in Institutionen vor?
•Wie kann grenzwahrender Umgang im pädagogischen Alltag gelebt werden?

Wir haben Interventionskonzepte …

Die Vermutung, dass sich ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sexuell gewalttätig gegen Mädchen und Jungen verhält, löst in der Regel eine (institutionelle) Krise aus, die von Unsicherheit, Handlungsdruck, Ohnmachtsgefühlen, Hilflosigkeit usw. geprägt ist. Gleichzeitig muss schnell und kompetent gehandelt werden, um der Fürsorgepflicht gegenüber Kindern, Mitarbeitern,
Mitarbeiterinnen und auch dem vermuteten Täter oder der vermuteten Täterin nachzukommen. Dies stellt eine große Herausforderung an die Einrichtungen dar, insbesondere an deren
Leiterinnen und Leiter.

Inhalte des zweiten Fortbildungstages werden u. a. sein:

•Fakten, Dynamiken und Reaktionen bei sexueller Gewalt in Institutionen
•Umgang mit einer Vermutung
•Notfallplan
•Krisenintervention und Stabilisierung
•Auswirkungen auf die betroffenen und nicht betroffenen Kinder
•Auswirkungen auf das Team
•Auswirkungen auf die Einrichtung (pädagogische Konzepte, Außenwirkung, …)
•Umgang mit den Eltern

Zielgruppe:

Leitungskräfte aus Einrichtungen der Jugendhilfe, Schulen, Kindertagesstätten und der
Behindertenhilfe.

Zielgruppe:
besondere Hinweise:zweitaegige Fortbildung, Grundlagenkenntnisse erforderlich
Referentin:Marina Rabe und Brigitte Weiss
Veranstaltungstag:Donnerstag, 06.09.2018 und Donnerstag, 20.09.2018
Zeitraum:09:00 - 16:30 Uhr
Teilnahmegebühr:180,00 Euro
Veranstaltungsort:Wildwasser Wiesbaden e.V., Fortbildungszentrum Dostojewskistr. 14, 65187 Wiesbaden
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