Dissoziation als Überlebensstrategie

5 a (AS)
Dissoziation als Überlebensstrategie
Begleitung und Unterstützung von Mädchen und Frauen mit Multipler Persönlichkeitsstruktur (Teil 1)

Inhalte:

Mädchen und Frauen mit Multipler Persönlichkeitsstruktur (Dissoziative Identitätsstörung DIS) sind schwer traumatisierte Überlebende oft jahrelanger massiver körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt. Entsprechend groß ist ihr Bedarf an Hilfe und Unterstützung. Neben qualifizierten therapeutischen Angeboten benötigen sie oft vielfältige Begleitung in Form von Beratung, Alltagsunterstützung, Betreutem Wohnen etc.

Unterstützerinnen fühlen sich häufig überfordert, wenn sie in ihrem Arbeitszusammenhang auf Mädchen und Frauen mit Multipler Persönlichkeitsstruktur treffen. Zum Einen ist meist wenig bekannt über diese Form der “Störung“, zum Anderen kann bedrohlich wirken, dass die gängige Vorstellung eines Körper- Seele- Dualismus in Frage gestellt wird, des weiteren erzeugt die Ahnung von der ungeheuerlichen Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist (unter Umständen noch immer widerfährt), bei vielen HelferInnen verständlicherweise erst einmal Angst.

Darüber hinaus stellt die Arbeit mit multiplen Mädchen und Frauen auch die Institutionen (insbesondere stationäre Einrichtungen) vor besondere Herausforderungen. Konzepte, Setting, Auswirkungen auf andere KlientInnen etc. müssen überdacht werden.

In den beiden Seminarteilen werden u.a. folgende Themenbereiche angesprochen:

• Hintergründe des Entstehens einer multiplen Persönlichkeitsstruktur (DIS)
• Erkennen einer multiplen Persönlichkeitsstruktur und Umgang mit dieser Erkenntnis
• Hilfestellungen zum Umgang mit Betroffenen (u.a. Fragen der äußeren und inneren Sicherheit, Täterkontakt, Stabilisierung, Förderung der inneren Kommunikation, selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität, Trigger, switches, Arbeit mit einzelnen Innenpersonen)
• persönliche Voraussetzungen für die Arbeit mit Mädchen und Frauen mit multipler Persönlichkeitsstruktur (bezüglich Wissen, Kooperation, Abgrenzungsfähigkeit, eigener Stabilität etc.)
• institutionelle Möglichkeiten und Grenzen in der Arbeit mit Mädchen und Frauen mit multipler Persönlichkeitsstruktur

Das Seminar richtet sich an Frauen, die in ihrer Arbeit mit Mädchen und Frauen mit multipler Persönlichkeitsstruktur in Kontakt sind oder kommen könnten (Beratung, Telefonseelsorge, Betreutes Wohnen etc.). Eigene diesbezügliche Arbeitserfahrungen können eingebracht werden, sind aber keine Voraussetzung für die Teilnahme. Es gibt Zeit, um Fragestellungen zur Arbeit mit einzelnen Klientinnen zu besprechen.

Zweiteiliges Seminar

Die Seminare bauen aufeinander auf und sollten zusammen belegt werden. Eine Teilnahme an Teil 2 (5b) ist nur möglich, wenn an Teil 1 (5a) teilgenommen worden ist.

Zielgruppe:Frauen
besondere Hinweise:Die Seminare bauen aufeinander auf und sollten zusammen belegt werden. Grundlagenkenntnisse erforderlich
Referentin:Dr. Christine Raupp
Veranstaltungstag:23.08.2013
Zeitraum:9.00 – 16.30 Uhr
Teilnahmegebühr:90,00 Euro
Veranstaltungsort:Wiesbaden
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